Ich will nicht mehr weglaufen

Einen Monat dort, zwei Jahre da, 3 Monate wo anders… Und nie will ich alleine sein. Ich bin auf der suche nach Freunden und am Anfang ist das auch aufregend. Sechs Monate nach Amerika. Ein fremdes Land, eine fremde Sprache und ich fühle mich alleine. Bis ich Freunde kennenlerne und dann ist das Leben wieder aufregend. Ich kann mich neu erfinden, meinen neuen Freunden Geschichten erzählen, die meine Freunde in Wien schon gar nicht mehr hören wollen. Und dann der Abschied. Ich fliege wieder nach Hause zu meinen alten Freunden, meiner alten Umgebung und meinem alten Ich. Ich habe mich verändert und mein zu Hause hat stillgestanden und dann kommt dieses Gefühl, dass ich wieder weg muss. Weg von dem Alten, weg von den Leuten, weil die verstehen mich nicht.

Ich fühle mich nicht zu Hause, in meiner eigenen Stadt. Und deshalb treibt es mich immer wieder für ein paar Wochen raus aus Österreich, in ein anderes Land. Am Anfang fühle ich mich alleine, aber dann lerne ich neue Leute kennen. Ich kann mich wieder neu erfinden und mich gut fühlen, aber irgendwann ist der Tag gekommen, an dem ich wieder nach Hause muss.

2015 war eines der krassesten Jahre. Ich saß über fünfzehn Mal im Flugzeug und ich weiß nicht wie oft im Zug. Immer auf dem Weg, auf der Suche nach meinem Zuhause. Und als ich dann vor ein paar Monaten im Park in Wien saß, wusste ich wo mein Zuhause ist. In mir. Ich bin mein Zuhause und Wien ist der Seidenmantel der es beschützt. In Wien habe ich mir mein „Nest“ gebaut, indem ich mich wohl fühle. Genau als ich diese Erleuchtung hatte, musste ich wieder weg. Für zwei Monate. Ich hatte keine Lust. Ich habe doch gerade mein Nest gefunden.

Also stieg ich ins Flugzeug, fühlte mich allein, lernte neue Leute kennen und hatte keine Lust mich neu zu erfinden. „Hallo ich heiße Klara, ich bin einundzwanzig Jahre alt, in meiner Freizeit..“ Bla Bla Bla. Immer dasselbe. Früher fand ich das cool, heute nervig.

Mein erster Monat ist rum und natürlich bin ich froh darüber das ich hier bin, dass ich coole Leute kennen gelernt habe und ich mich verwirklichen kann. Trotzdem habe ich das erste Mal in meinem Leben Heimweh und freue mich, dass ich in einem Monat wieder ins Flugzeug steigen darf um nach Hause zu fliegen!

Reisen ist ein Privileg, ich habe es genossen, geschätzt und viel gelernt, aber ein Zuhause zu haben, mit Menschen die dich kennen, die wissen wie du heißt, du tickst und was du magst, ist das Beste was einem passieren kann.